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Samstag, 11. Juli 2026

FF-Schule im Rüsthaus.
Allgemein, Ausbildung

FF-Schule im Rüsthaus.

Beim 5. Übungstag der Feuerwehr Althofen trainierten rund 60 Kameradinnen und Kameraden aus vier Feuerwehren erstmals gemeinsam mit der Landesfeuerwehrschule Kärnten. Eine Pilotveranstaltung mit Vorbildcharakter für ganz Kärnten.

Fahrzeugwracks, eingeklemmte Menschen, wertvolle Minuten die entscheiden: Was im Ernstfall zählt, lässt sich nur durch eines meistern, Übung. Genau das haben am Samstag, dem 11. Juli 2026, rund 60 Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner beim Rüsthaus der Freiwilligen Feuerwehr Althofen getan.

Und das erstmals, zum 5.-Jahr-Jubiläum des Übungstages, mit einem ganz besonderen Partner, der Landesfeuerwehrschule Kärnten. „Die Schule kommt zur Feuerwehr“, unter diesem Leitgedanken wurde in Althofen eine landesweite Pilotveranstaltung aus der Taufe gehoben, wie es sie in dieser Form in Kärnten noch nicht gegeben hat.

Einsatzerfahrung und Wissen treffen auf Praxis am eigenen Gerät.

Das Besondere an diesem Konzept: die Feuerwehren Meiselding, Kraig und Kappel am Krappfeld im Bezirk St. Veit/Glan verfügen erst seit Kurzem über hydraulische Rettungsgeräte. Mit der neuen Ausstattung steigt auch der Bedarf an zusätzlicher Ausbildung, denn die notwendige Kompetenz kommt nicht von allein.

Genau dieser Gedanke war der Anstoß für die Feuerwehr Althofen, das Bezirksfeuerwehrkommando St. Veit/Glan und die Landesfeuerwehrschule Kärnten, eine derartige Sonderlehrveranstaltung als praxisnahes Training ins Leben zu rufen. Dabei profitieren die umliegenden Feuerwehren von der langjährigen Einsatzerfahrung der Stützpunktfeuerwehr Althofen, während die Landesfeuerwehrschule Kärnten ihre fachliche Expertise und ihr Know-how einbringt.

Dass sie Seite an Seite trainierten, stärkt genau das, worauf es im Einsatz ankommt: eingespielte Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinweg und die Kameradschaft, die das Feuerwehrwesen trägt.

„Richtiges Helfen will gelernt sein“, dieser einfache Grundsatz stand über dem gesamten Tag. Regelmäßige Fortbildung ist für die Feuerwehren keine Pflichtübung, sondern die Grundlage dafür, dass im Ernstfall jeder Griff sitzt. Der Übungstag bot die Gelegenheit, dieses Wissen direkt vor Ort und für noch mehr Kameradinnen und Kameraden zugänglich zu machen. Es ist auch eine ausgezeichnete Vorbereitung für den Besuch der technischen Lehrveranstaltungen an der Landesfeuerwehrschule.

Vier Stationen, ein Ziel: sicher und richtig helfen.

An vier Stationen wurde den ganzen Tag über praxisnah gearbeitet:

  • Station 1 & 2 – Technischer Einsatz: Menschenrettung aus verunfallten Fahrzeugen unter realitätsnahen Bedingungen, mit vielen PKW-Wracks am Schrottzentrum & KFZ-Center Krassnitzer in Mölbling.
  • Station 3 – Einsatzführung & Taktik: Abläufe im technischen Rettungseinsatz, geübt auch am modernen 3-D-Einsatz-Simulator der Landesfeuerwehrschule.
  • Station 4 – „Innerer Retter“: Erste-Hilfe-Basics und die Betreuung der verletzten Person im Unfallfahrzeug. Fachmännisch angeleitet durch Feuerwehrsanitäter.

Bei jeder Station standen Trainer der Landesfeuerwehrschule, Fachleute der Rettungstechnik und erfahrene Gruppenkommandanten der Feuerwehr Althofen bereit. Nach jedem Durchgang wurde gemeinsam besprochen, was gut lief und was noch besser werden kann. Diese Vernetzung und der Austausch bereits im Training verbessern die Zusammenarbeit im Einsatz unmittelbar. Damit alle profitierten.

Die Kameradinnen und Kameraden übten mit dem eigenen Fahrzeug und dem eigenen hydraulischen Rettungsgerät ihrer Wehr. So wird trainiert, was im Einsatz tatsächlich zur Verfügung steht, Handgriff für Handgriff.

Gut geübt, gut versorgt.

Zu einem gelungenen Übungstag gehört auch die Verpflegung und da ließ das Kantinenteam der FF Althofen nichts anbrennen: Vom gemeinsamen Frühstück über die Mittagsverpflegung bis zur abschließenden Grillerei war bestens für alle gesorgt. Denn zwischen den anstrengenden Übungen bleibt am gemeinsamen Tisch Zeit für das, was Feuerwehr im Kern ausmacht: Erfahrungen austauschen, voneinander lernen und miteinander reden und lachen. Ein solcher Tag braucht aber nicht nur Engagement, sondern auch finanzielle Unterstützung: Die Kosten wurden je zur Hälfte von der Stadtgemeinde Althofen mit Bürgermeister Dr. Walter Zemrosser und von der Kameradschaftskassa der FF Althofen getragen, möglich gemacht durch die zahlreichen Spenden der Bevölkerung, für die sich die Althofner Florianis herzlich bedanken.

Stimmen zum Übungstag.

„Dieser Übungstag steht beispielhaft für ein modernes Feuerwehrwesen: praxisnah, gemeinsam und nah bei den Wehren. Wenn sich das Konzept bewährt, wollen wir es als spezielles Angebot in Kärnten ausbauen – zum Nutzen aller Feuerwehren und der Bevölkerung.“

Friedrich Monai, Bezirksfeuerwehrkommandant und Landesfeuerwehrkommandant-Stellvertreter

 „Mit diesem Pilot-Übungstag gehen wir bewusst neue Wege: Die Landesfeuerwehrschule kommt direkt zu den Feuerwehren. Dieses Ausbildungsformat richtet sich bewusst an Feuerwehren mit besonderen Rahmenbedingungen – etwa speziellen Einsatzschwerpunkten oder zusätzlicher Geräteausstattung. Bewährt sich das Konzept, kann es künftig auch in vergleichbaren Fällen in ganz Kärnten umgesetzt werden.“

Klaus Tschabuschnig, Leiter der Landesfeuerwehrschule Kärnten

„Für unsere Feuerwehr ist es eine große Auszeichnung, diesen landesweiten Pilot ausrichten zu dürfen. Regelmäßige Fortbildung ist das Fundament unserer Arbeit, nur wer übt, kann im Ernstfall richtig helfen. Mein Dank gilt allen, die diesen Tag möglich gemacht haben.“

Johann Delsnig, Kommandant der Feuerwehr Althofen

„Das Besondere ist, dass jede Wehr mit dem eigenen Fahrzeug und dem eigenen Rettungsgerät geübt hat. Genau diese Praxis am eigenen Material macht uns im Einsatz sicher und schnell. Und dass Feuerwehren aus mehreren Gemeinden Seite an Seite trainieren, stärkt die Kameradschaft. Das kommt am Ende der Sicherheit der ganzen Bevölkerung zugute.“

David Reich (Zugskommandant) und Mario Wilpernig (Gruppenkommandant), Organisationsteam der Feuerwehr Althofen

Der Dank gilt allen teilnehmenden Kameradinnen und Kameraden, dem Ausbildungsteam der Landesfeuerwehrschule Kärnten, dem Bezirksfeuerwehrkommando St. Veit/Glan, der Stadtgemeinde Althofen sowie den unterstützenden Feuerwehrsanitätern, Rettungstechnik-Fachfirma WEBER sowie insbesondere auch dem Schrottzentrum & KFZ-Center Krassnitzer.

Dieser Pilot-Übungstag hat gezeigt: Wenn Wissen, Praxis und Kameradschaft zusammenkommen, gewinnt die Sicherheit der Bevölkerung.

Text I Bilder: FF-Althofen Öffentlichkeitsarbeit